Musique concrète 5
Was ist Musique concrète?
Musique concrète ist eine Musikrichtung bzw Geräuschmusik. Es
werden Klänge aus der Natur, Alltagswelt, Umwelt und Technik mit einem Mikrofon
aufgenommen und anschließend durch Montagen, Bildschnitt, Veränderungen der Bandgeschwindigkeit
und Tapeloops elektronisch verfremdet.
Es heißt deswegen Musique „konkret“, da sie aus konkretem
Arbeitsmaterial und konkreter Arbeitsweise entsteht. Die Musique concrète
distanziert sich zur elektronischen Musik, da die Klänge der elektronischen
Musik nicht real existieren, sondern synthetisch erzeugt werden.
Seit 1950 wird die Musique concrète mit der elektronischen
Musik zur elektroakustischen Musik zusammengefasst.
Namensgebung –
Pierre Schaeffer
Der französische Ingenieur Pierre Schaeffer gründete 1943
beim französischen Rundfunk RDF in Paris in seiner „Etudes de bruit“
Geräuschenstunde den „club d’essai“. Dieser Begriff sollte eine Abgrenzung zur
klassischen Richtung der abstrakten Musik sein.
Pierre Schaeffer hat gesagt:“ Bei der klassischen Musik ist
es eine Bewegung vom Abstrakten zum Konkreten, aber bei der Musique concrète
gibt es Bewegung vom Konkreten zum Abstrakten.
Entstehung
Die Musique concrète wurde besonders vom Surrealismus und Futurismus
inspiriert. Entstanden ist sie eben bei der Etudes de bruits. Anschließend
haben Pierre Schaeffer und Pierre Henry im Club d’essai zusammengearbeitet und
dabei entstanden viele Werke.
Da es zu dieser Zeit nur in Deutschland Tonbandgeräte gab,
war Schaeffer zunächst nur auf Direktschnittaufnahmen auf Schallplatten
angewiesen. Während seiner Arbeiten entwickelte Pierrre Schaeffer das Model
„des objet sonore“, ein allgemeines und abstraktes Schema zur Klassifizierung
von Klangstrukturen zwischen Einzelklang und Musikstück als Ganzes.
Allgemein
Die Musique concrète hat die zeitgenössische Musik vielfach
befruchtet und neue Kunstformen, wie das Lautsprecherkonzert und die Raummusik
hervorgebracht. Sie etablierte mehrere Dispute über zeitgenössische
Musikästhetik. Pierre Boulez warf Schaeffer vor eher ein Handwerker, als ein
Musiker zu sein, da seine Art Musik zu erzeugen eher einer Bricolage, also
einer Bastelarbeit gleiche. Diese Vorwürfe wies Schaeffer nicht zurück, da er
der Meinung war, dass sich Musik durch Bricolage entwickle. So kam in seiner
Musik auch afrikanische Musik vor.
Pierre Schaeffers Definition war mit Klängen im Ohr zu
arbeiten. Auch nicht Musiker konnten Musik erzeugen, da diese keine Notation
hatte. Anfangs wurde seine Musik nicht als Musik gesehen. Sein erstes Werkschau
hieß „Ein Konzert der Geräusche“. Da es unterschiedliche Auffassungen gab,
wurde sogar vom Zweiten Eisernen Vorhang gesprochen.
Pierre Henry
Pierre Henry übernahm 1951 den club d’essai, der später zur
Groupe de Recherches de la Musique concrète wurde.
Später arbeitete er mehr an der Involvierung der Rockmusik
mit elektronischen Einflüssen der konkreten Musik und wurde sogar zur
Vaterfigur des Technos.
Inspirationen und
Beeinflussungen
Es fanden künstlerische Austausche zwischen Musique concrète
und Rock -, Popmusik statt. So ließ sich Bayle von Jimi Hendrix von der Musique
concrète inspirieren.
Die deutsche Band Kraftwerk und Pink Floyd arbeiteten mit
Elementen der Musique concrète.
Weiters beeinflusste die Musique concrète die Noisemusik, die
Entwicklung des Hörspiels und akustische Features.


