Montag, 6. April 2015

Musique concrète 5
Was ist Musique concrète?
Musique concrète ist eine Musikrichtung bzw Geräuschmusik. Es werden Klänge aus der Natur, Alltagswelt, Umwelt und Technik mit einem Mikrofon aufgenommen und anschließend durch Montagen, Bildschnitt, Veränderungen der Bandgeschwindigkeit und Tapeloops elektronisch verfremdet.
Es heißt deswegen Musique „konkret“, da sie aus konkretem Arbeitsmaterial und konkreter Arbeitsweise entsteht. Die Musique concrète distanziert sich zur elektronischen Musik, da die Klänge der elektronischen Musik nicht real existieren, sondern synthetisch erzeugt werden.
Seit 1950 wird die Musique concrète mit der elektronischen Musik zur elektroakustischen Musik zusammengefasst.
Namensgebung – Pierre Schaeffer
Der französische Ingenieur Pierre Schaeffer gründete 1943 beim französischen Rundfunk RDF in Paris in seiner „Etudes de bruit“ Geräuschenstunde den „club d’essai“. Dieser Begriff sollte eine Abgrenzung zur klassischen Richtung der abstrakten Musik sein.
Pierre Schaeffer hat gesagt:“ Bei der klassischen Musik ist es eine Bewegung vom Abstrakten zum Konkreten, aber bei der Musique concrète gibt es Bewegung vom Konkreten zum Abstrakten.
Entstehung
Die Musique concrète wurde besonders vom Surrealismus und Futurismus inspiriert. Entstanden ist sie eben bei der Etudes de bruits. Anschließend haben Pierre Schaeffer und Pierre Henry im Club d’essai zusammengearbeitet und dabei entstanden viele Werke.
Da es zu dieser Zeit nur in Deutschland Tonbandgeräte gab, war Schaeffer zunächst nur auf Direktschnittaufnahmen auf Schallplatten angewiesen. Während seiner Arbeiten entwickelte Pierrre Schaeffer das Model „des objet sonore“, ein allgemeines und abstraktes Schema zur Klassifizierung von Klangstrukturen zwischen Einzelklang und Musikstück als Ganzes.
Allgemein
Die Musique concrète hat die zeitgenössische Musik vielfach befruchtet und neue Kunstformen, wie das Lautsprecherkonzert und die Raummusik hervorgebracht. Sie etablierte mehrere Dispute über zeitgenössische Musikästhetik. Pierre Boulez warf Schaeffer vor eher ein Handwerker, als ein Musiker zu sein, da seine Art Musik zu erzeugen eher einer Bricolage, also einer Bastelarbeit gleiche. Diese Vorwürfe wies Schaeffer nicht zurück, da er der Meinung war, dass sich Musik durch Bricolage entwickle. So kam in seiner Musik auch afrikanische Musik vor.
Pierre Schaeffers Definition war mit Klängen im Ohr zu arbeiten. Auch nicht Musiker konnten Musik erzeugen, da diese keine Notation hatte. Anfangs wurde seine Musik nicht als Musik gesehen. Sein erstes Werkschau hieß „Ein Konzert der Geräusche“. Da es unterschiedliche Auffassungen gab, wurde sogar vom Zweiten Eisernen Vorhang gesprochen.
Pierre Henry
Pierre Henry übernahm 1951 den club d’essai, der später zur Groupe de Recherches de la Musique concrète wurde.
Später arbeitete er mehr an der Involvierung der Rockmusik mit elektronischen Einflüssen der konkreten Musik und wurde sogar zur Vaterfigur des Technos.
Inspirationen und Beeinflussungen
Es fanden künstlerische Austausche zwischen Musique concrète und Rock -, Popmusik statt. So ließ sich Bayle von Jimi Hendrix von der Musique concrète inspirieren.
Die deutsche Band Kraftwerk und Pink Floyd arbeiteten mit Elementen der Musique concrète.
Weiters beeinflusste die Musique concrète die Noisemusik, die Entwicklung des Hörspiels und akustische Features.


Samstag, 4. April 2015

Musique concrète 4

Ein paar Bilder, um einen Eindruck zu bekommen, wie die Geräusche bearbeitet wurden.

Studio d'essai:

Quelle: Musique concrète, Google Bilder, am 4.4.2015

Musique concrète 3

https://www.youtube.com/watch?v=c4ea0sBrw6M
am 4.4.2015

Ist ein interessantes Video mit coolem Ergebnis.

Musique concrète 2

von Pierre Schaeffer 1949 eingeführter Begriff für eine Geräuschmusik, die mit Klängen aller Art arbeitet: Musikinstrumente und Stimme sowie Geräusche, z. B. aus Natur, Technik und der Alltagswelt; diese werden elektronisch aufgezeichnet, bearbeitet, verfremdet und zu Klangmontagen oder Geräuschkulissen neu zusammengesetzt; der Begriff „konkret“ bezeichnet dabei sowohl das/die konkrete/n Klangmaterial/ien als auch die künstlerische Arbeitsweise, die aus konkreten Klängen durch technische Bearbeitung abstrakte musikalische Gebilde erzeugt. Schaeffer hielt sein musikalisches Konzept in Schriften wie „Traité des Objets Musicaux“ (1966) oder „Musique concrète“ (1967) fest und distanzierte sich von der elektronischen Musik,das sie nicht mit real existierenden, sondern mit synthetisch erzeugten Klängen arbeitet. Seit Ende der 1950er Jahre werden Musique concrète und elektronische Musik unter dem Oberbegriff elektroakustische Musik zusammengefasst.
Die Entstehung der Musique concrète wurde vom Surrealismus und insbesondere vomFuturismus inspiriert; als Pioniere gelten Edgar Varèse, John Cage und Olivier Messiaen. Die eigentliche Geschichte der Musique concrète beginnt 1948 mit Schaeffers „Etudes de bruits“ (Geräusch-Etüden). Die Zusammenarbeit mit Pierre Henry im Studio „Club dEssai“ (ab 1951 „Groupe de Recherches de Musique concrète“) brachte seither Werke wie die surrealistische „Symphonie pour un homme seul“ (1949/50) und die konkrete Oper „Orphée 53“ (1953) hervor. Deren Uraufführung sorgte bei den Donaueschinger Musiktagen für einen Eklat und begründete den vor allem von Pierre Boulez angestoßenen ideologischen Streit zwischen elektronischer Musik und Musique concrète. Erst durch Karlheinz Stockhausens Zusammenarbeit mit Schaeffer gab es eine Annäherung beider Positionen. Er verband in seinem „Gesang der Jünglinge“ (1955/56) ebenso wie Luciano Berio in „Visage“ (1960) beide Musikrichtungen miteinander. Ab Ende der 1950er Jahre bezog Schaeffer vermehrt kompositorische Prinzipien in seine Arbeit ein und benannte sein Forschungsinstitut in „Groupe de Recherches Musicales“ (GRM) um.
Die Musique concrète hat seither die zeitgenössische Musik vielfach befruchtet und neue Kunstformen wie das Lautsprecherkonzert und die Raum-Musik hervorgebracht. Zu den von ihr inspirierten Komponisten gehören: Luigi Nono („La Fabbrica Illuminata“ 1964), Helmut Lachenmann („Guero“ 1970 u. (und) 1988), Mauricio Kagel („Antithese“ 1962), Michel Chion (* 1947; „Requiem“ 1973), Luc Ferrari („Strathoven“ 1985), Beatriz Ferreyra (* 1937; „Siesta Blanca“ 1972), Yannis Xenakis („Pour la Paix“ 1981),François Bayle (* 1932; „Morceaux de ciels“, Himmels-Stücke; 1997) und Trevor Wishart (* 1946; „Imago“ 2002). Daneben findet auch ein künstlerischer Austausch zwischen Musique concrète und der Rock- und Popmusik statt. So ließ sich Bayle vonJimi Hendrix inspirieren, während Kraftwerk oder Pink Floyd mit Elementen der Musique concrète arbeiteten.
Quelle: http://www.wissen.de/lexikon/musique-concrete; am 4.4.2015